Tribal Style Bellydance geht vom orientalischem Tanz aus, beinhaltet
aber auch Flamenco- Elemente und Bewegungen aus dem Indischen Tanz und
hat sich in den 1970er
Jahren in den USA entwickelt.
Die orientalische Basis ist noch gut zu
erkennen,
die
Tribal-Tänzerinnen
präsentieren sich dabei
als stolze und starke Frauen.
Wesentlich ist, dass es im klassischen Tribal Style Bellydance keine Solo-Auftritte gibt: Eine Gruppe von Tänzerinnen – mindestens zwei – tanzt miteinander, wobei meist improvisiert wird. Dies ist sogar mit Accessoires wie z.B. dem Säbel möglich.
Jede Gruppe hat ein gemeinsames
Bewegungsrepertoire,
das von allen Mitgliedern der Gruppe im selben Stil getanzt wird.
Bestimmte Signale zeigen den Wechsel von einer in die nächste Bewegung
an. Die Tänzerinnen sind daher aufeinander konzentriert, um die Signale
sofort zu erkennen – es gibt
weniger Kontakt zum Publikum als beim traditionellen orientalischen
Solo-Tanz.
Größere Gruppen tanzen in einer speziellen
Formation: Während im
Vordergrund zwei bis vier Tänzerinnen miteinander improvisieren, tanzt
eine zweite Gruppe im Hintergrund. Diese zweite Gruppe wird Chorus
genannt und rahmt die improvisierenden Tänzerinnen optisch ein. Zwischen
Chorus und aktiven Tänzerinnen wird laufend gewechselt, wodurch ein
interessantes und abwechslungsreiches Bühnenbild entsteht.
Die Musik ist im klassischen Tribal meist einfach aufgebaut und von
gleichmäßigem Rhythmus, um die Improvisation zu erleichtern. Gerade
langsame Musikstücke wirken daher
meist
sehr mystisch während schnelleren
oft
sehr treibende Rhythmen zugrunde
liegen.
Letztendlich wurde mit dem Tribal Style aber nur eine uralte Tradition wieder neu belebt. Immer schon haben Frauen miteinander und füreinander getanzt. Im gemeinsamen Tanz erfahren wir die Sinnlichkeit und Kraft unserer Körper und laden uns mit Energie auf. Frauen in unserer modernen westlichen Welt sind oft abgeschnitten von dieser weiblichen Kraft, die entsteht wenn Frauen zusammenkommen. Tribal-Dance gibt uns die Möglichkeit einander im Frauenkreis zu treffen und zu bestärken.
Da wir unserem Verständnis nach die Tradtion alter Stammestänze wieder beleben, ist für eine Tribal-Tanzgruppe die Bezeichnung Stamm (im englischsprachigen Raum: tribe) üblich. Jeder Stamm hat sein eigenes Bewegungsrepertoire und charakteristische Kostüme. Da das Grundrepertoire eine gemeinsame Basis hat, können aber auch verschiedene Stämme miteinander improvisieren.
1967 gründete die amerikanische Tänzerin Jamila Salimpour die Gruppe Bal-Anat, um mit ihren Schülerinnen bei der Renaissance Pleasure Ausstellung in Nordkalifornien aufzutreten. Es wurden verschiedene Stile des Orients dargestellt, wobei die Tänzerinnen unterschiedliche Kostüme trugen, die jeweils einen bestimmten Stamm charakterisierten. Daher kommt vermutlich die Bezeichnung Tribal Style.
Eine Schülerin von Jamila war Masha Archer, die den Stil
weiterentwickelte. Sie vereinheitlichte auch die Kostüme. Die Gründerin
der wohl bekanntesten Tribal Gruppe Fat Chance Bellydance
ist Carolena
Nericcio, eine Schülerin von Masha Archer. Durch die von ihr
herausgegebenen Lehrvideos fand der Stil weite Verbreitung.
Nach Deutschland kam der Stil etwa 1996-1998, mittlerweile gibt es dort
eine sehr lebhafte Tribal-Szene. In österreich ist Tribal Style
Bellydance noch weitgehend unbekannt, wir arbeiten aber daran, dies zu
ändern!
Wie im klassischen Bauchtanz sind die Kostüme zwar meist bauchfrei, da viele Bewegungen so am besten zu sehen sind. Dem Tanzstil entsprechend sind sie aber viel erdiger und oft an verschiedene Folklorestile angelehnt. Charakteristisch für Tribal: viel Silberschmuck, bunte Wollquasten oder Fransen am Gürtel, lange, sehr weite Röcke und ein aufwändiger Kopfputz.
Schön ist, dass viel an den Kostümen selbst gemacht werden kann und die Tänzerinnen daher nicht nur im Tanz ihre Kreativität ausleben können. Die Kostüme werden laufend erweitert und wo immer sich noch Platz findet werden mit großer Begeisterung weitere Schmuckstück und Verzierungen angebracht. Pailletten und Strasssteinchen werden Sie bei uns nicht finden, stolz zeigen wir Ihnen aber unseren Silberschmuck. In stundenlanger Arbeit haben wir nicht nur genäht, sondern zuerst die Einzelteile unserer Kostüme „gejagt und gesammelt“.